Babys nicht alleine schreien lassen
Wird ein Baby geboren, ist es über alle Maßen schutz- und hilflos. Es benötigt Personen, die es füttern, kleiden, lieben, wärmen, also alle seine Grundbedürfnisse erfüllen. Um dies verlässlich einfordern zu können, hat das Kind nur eine einzige, aber mächtige Möglichkeit: sein Schreien.
Babys schreien nur in höchster Not
Zu Schreien bedeutet für das Baby einen unglaublichen Kraft- und Energieaufwand - daher versucht es zunächst, durch vielfältige andere Signale darauf aufmerksam zu machen, dass es ein Bedürfnis hat. Bei Hunger wird es schmatzen, das Fäustchen in den Mund stecken und den Kopf suchend bewegen, ist es müde, reibt es die Ohren oder gähnt. Im Schnitt kündigt das Baby seine Bedürfnisse erst einmal 31 Minuten lang mit zunehmender Intensität an (Gill 1984). Werden all diese Signale missachtet, muss der Forderung nach Erfüllung des Bedürfnisses Nachdruck verliehen werden, es wird - in der Regel sofort in beeindruckender Lautstärke - geschrieen. Ein Baby schreit erst dann, wenn es in höchster Not ist - wenn es sein Leben durch Hunger oder Alleinsein bedroht sieht. Daher wird es auch nicht eher damit aufhören, bis entweder das Bedürfnis befriedigt wird oder es vollkommen erschöpft ist. Babys schreien niemals ohne Grund - auch, weil das Schreien die Gefahr erhöht, dass Jäger auf potentielle Beute aufmerksam werden. Zwar leben wir in vollkommen anderen Umständen, als noch vor ein paar hundert Jahren, dieser Lebenswandel ist bei der evolutionären Prägung unserer Kinder jedoch noch nicht angekommen - sie sind verhaltenstechnisch noch für ein Leben in Wanderherden in der Steppe mit Fressfeinden ausgerüstet. Daher ist der Körper noch immer mit einem Schutzmechanismus, dem Totstellreflex, ausgestattet, dieser lässt ein Baby, auf dessen Schreien nicht reagiert wird, in eine Starre/in den Schlaf verfallen - leise in der Ecke liegend ist ein Baby sicherer, als laut nach Menschen schreiend, die nicht reagieren.
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